Freitag, 2. Dezember 2011

Anders lesen: Wie viel Bullshit steckt in einem Text?

Interessantes Tool entwickelt von Bernd Wurm. Das Blablameter entlarv schonunsglos, wieviel heiße Luft sich im Text eingeschlichen hat.

Auch verfügbar auf Englisch und Spanisch






Mittwoch, 16. Februar 2011

SOS Mitmensch Protestaktion

Auf der Webseite von SOS Mitmensch gelesen:

Ein Email an die MinisterInnen, jetzt!

Am 22. Februar beschäftigt sich der Ministerrat mit dem von der Innenministerin entworfenen FremdenUnrechtspaket. Sagen wir dem Bundeskanzler und den MinisterInnen, dass das nicht unser Gesetz ist!
Es ist ganz einfach: Zuerst hier klicken. Anschließend den untenstehenden Text ins Mail kopieren. Abschicken. Weiter sagen. PS: Das Email geht auch an das SOS Mitmensch Koordinationsbüro, damit wir den Medien sagen können wie viele Menschen an der Email-Aktion teilgenommen haben.

Für alle, die Webmailprogramme wie Gmail, Gmx, Yahoo, etc. verwenden: Bitte die folgenden Email-Adressen ins Mail kopieren und als Betreff "Das ist nicht unser Gesetz!" verwenden:
werner.faymann@bka.gv.at, josef.proell@bmf.gv.at, buero.berlakovich@lebensministerium.at, alois.stoeger@bmg.gv.at, minister.justiz@bmj.gv.at, doris.bures@bmvit.gv.at, norbert.darabos@bmlvs.gv.at, gabriele.heinisch-hosek@bka.gv.at, briefkasten@bmask.gv.at, reinhold.mitterlehner@bmwfj.gv.at, claudia.schmied@bmukk.gv.at, michael.spindelegger@bmeia.gv.at, beatrix.karl@bmwf.gv.at, maria.fekter@bmi.gv.at, office@sosmitmensch.at (ganz wichtig, dass das Mail auch an uns geht, damit wir wissen wie viele Protestmails abgeschickt wurden!)

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,
Sehr geehrter Herr Vizekanzler,
Sehr geehrte MinisterInnen,

Landauf und landab sind sich alle MenschenrechtsexpertInnen einig darin, dass das geplante Fremdenrechtspaket zu massiven Verschlechterungen führen wird – nicht nur für die unmittelbar Betroffenen, sondern für das Zusammenleben aller Menschen in Österreich. Wenn Kinder von ihren Eltern getrennt, Minderjährige in Schubhaft gesteckt und Ängste und Unsicherheiten bei Menschen, die schon viele Jahre hier leben, geschürt werden, dann bleibt das nicht ohne Auswirkungen auf das Klima im Land.

Daher meine Frage an Sie: Wollen Sie sich wirklich später einmal dafür rühmen, dass Sie ein Gesetzespaket mitbeschlossen haben, das Kinder, Jugendliche und Erwachsene unnötig ins Gefängnis sperrt, Familien auseinander reißt und unmotiviert Existenzen gefährdet? Das kann doch nicht der Grund sein, warum Sie sich entschieden haben, ein wichtiges politisches Amt auszuüben.

Deshalb möchte ich Sie dazu aufrufen, dem Gesetzespaket nicht Ihre Zustimmung zu geben und auch gegenüber Ihren MinisterkollegInnen deutlich zum Ausdruck zu bringen, dass ein destruktives und destabilisierendes Fremdenrecht keinen Platz in einem demokratischen Rechtsstaat hat.

Mit freundlichen Grüßen,

...........................

Danke fürs Mitmachen! Und bitte weiter sagen: denn nur gemeinsam können wir etwas bewegen!

Ihr SOS Mitmensch Koordinationsbüro

Möchten Sie mehr über dem Inhalt des FremdenUnrechtspaket erfahren? Klicken Sie hier.

Bitte mitmachen und weiterleiten! 





Montag, 7. Februar 2011

Twitter und Hashtags

Während der jüngsten Ereignisse in Ägypten, haben wir viel über die Menschen, die auf Twitter kommunizieren, gehört. Die soziale Netzwerke prägen unser Leben und lassen neue Phänomene entstehen. Allerdings ist es schwierig sich auf dem Laufenden zu halten und vielleicht die Unterschiede zwischen Twitter, Facebook & Co zu begreifen.

Twitter: Merkmale und Vorteile 
Der große Unterschied zwischen Twitter und Facebook liegt darin, dass man auf Twitter Nachrichten gezielt senden und bekommen kann. Gewiss ist es auf Facebook auch möglich Nachrichten an bestimmte Personen, wie per E-Mail, zu schicken. Aber auf Twitter ist die ganze Sache flexibler: man kann durch ein Hashtag eine Nachricht identifizieren. Nachträglich kann jeder Twitter-Nutzer durch dieses Hashtag die markierte Nachricht bekommen und lesen. Das heißt dass, dieses System erlaubt, dass zwei Menschen, die nicht verbunden sind, miteinander kommunizieren. Man braucht nicht "Freund" oder "Follower" zu sein.

Wie die Haschtags funktionieren?
Das Wort Hashtag kommt aus dem Englischen. Tag bedeutet markieren und Hash ist eigentlich das Hash-Zeichen oder Rautenzeichen. Jedes Twitter-Hashtag fängt mit einem # an. Das Rautenzeichen wird von einem Wort gefolgt, das die Nachricht markiert. Zum Beispiel waren die Hashtage  #egypt und #jan25  auf den Tweets (Kurznachrichten auf Twitter) über Ägypten zu lesen: "After 14 days, the energy in Tahrir Square is strong as #Jan25! Wow, #Egypt. I love the determination". Eigentlich muss man keine Sätze mit den Hashtags bilden. Es reicht, wenn man die Hashtags inkludiert. Darüber hinaus unterschieden die Hashtags nicht zwischen Klein- und Großbuchstaben. Wenn ein Twitter-Nutzer möchte wissen, was es in Ägypten passiert, soll er oder sie in das Twitter-Suchfeld klicken und das gewünschte Hashtag -etwa #egypt- geben.

Das richtige Hashtag finden
Natürlich soll man das richtige Hashtag suchen. Leider gibt es keine fixe Liste, weil die Hashtags von die Benutzer erstellt werden und sich ständig ändern. Eine gute Lösung ist in Google (besser aus English  in google.com) nach "Hashtags for...." zu suchen. Mittlerweile gibt es schon Hashtags, die gut etablierte sind, etwa #xl8, das "Übersetzung" bedeutet und kann statt #übersetzung oder #translation benutzt werden. Wenn man ein solches rätselhaftes Hashtag findet, kann man nach ihrer Bedeutung in Google, in Tagalus oder in #tagdef suchen.

Probieren Sie selbst aus!
Über #grassermovies finden Sie u. a. Videos über Karl Heinz. Wenn Sie etwas neues entdecken und es mit anderen Menschen teilen möchten, schreiben Sie einfach eine Nachricht und vergessen Sie nicht das entsprechende Hashtag #grassermovies hinzufügen.

Montag, 31. Januar 2011

Vier Frauen aus Lateinamerika

Von links nach rechts (nicht politisch gemeint):  Estela de Carloto (Präsidentin der Großmütter der Plaza de Mayo), Cristina Kirchner (Präsidentin Argentiniens), Dilma Rousseff (Präsidentin Brasiliens) und  Hebe de Bonafini (Präsidentin der Mütter der Plaza de Mayo).
Buenos Aires, 31. Jänner 2011
Bilder von CFKArgentina http://www.facebook.com/?ref=home#!/CFKArgentina

Mittwoch, 19. Januar 2011

SciFi und Börse

Computermodelle, die die Gier bedienen, bis sie die nächste Krise auslösen

Der US-amerikanische Wall-Street-Händler John Meriwether war der Gründer von der Firma "Long-Term Capital Management", ein Hedgefonds, der viel Erfolg hatte. Meriwether wurde von klugen Menschen begleitet. Unter den Direktoren des Fonds waren Myron Scholes und Robert Merton, die den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaft gewannen. Allerdings machte der Fonds später Millionenverluste. LTCM wurde gerettet, um eine Kettenreaktion auf die internationale Finanzmärkte zu vermeiden.
Meriwether und ihre Komplize glaubten, sie hatten ein System, um immer wieder an der Börse zu gewinnen. Sie verwendeten ein Computermodell, das sehr effektiv wirkte, bis es scheiterte und ein Zusammenbrechen des ganzen Welfinanzsystem zu befürchten war. Das war das Jahr 1998.
Heuer gibt es noch Fonds, die Computermodelle benutzen. Die Modelle analysieren die Börse und die Märkte, Zeitungsartikeln, Blogs, Forums, Twits  und andere Quelle für (Wirtschafts)information. Die Computer sind fähig diese Information sehr schnell zu verarbeiten, um feststellen zu können, wo man sicher Geld anlegen soll. Die Software werden von klugen Menschen erstellt. Sie wirken sehr effektiv, bis sie scheitern.
Die Computermodellen könnten heuer noch eine globale Krise auslösen.
Ich empfehle Ihnen den Wired-Artikel ""Algorithms take control of Wall Street", in dem dieses Thema erläutert wird,  zu lesen. Der Autor erwähnt die Firma Voleon Capital Management LP. Sehen Sie bitte die Website dieses Fonds unter voleon.com: Die Kunst, nichts zu sagen.
Wollen Sie noch wissen, welche Information diese Computermodelle verwenden? Lesen Sie das PDF Lexicon, die Finanz- und Wirtschaftsnachrichtensystem von Dow-Jones.

Globale Krisen verursachen viel Elend.

Sonntag, 21. November 2010

Altes neoliberales Rezept

Ich bin ganz sicher, dass die Iren nie vermuteten, dass ihre Politik eines Tages vom Internationalen Währungsfond beschlossen würde. Dasselbe gilt für die Österreichern. Sie wollen gar nicht wissen, in welchem Maß beeinflussen solche internationalen Organisationen die heimische Politik.
Der IWF und die Weltbank probierten schon alle möglichen Sparmaßnahmen in Lateinamerika. Das Ziel war klar: die Länder mussten fähig sein, ihre Schulden samt Zinsen bzw. Schuldendienst zu bezahlen. Die Folgen für die Menschen waren unwichtig. Hauptsache war nur sparen.
Österreich braucht nicht sparen, um Schulden zu bezahlen. Trotzdem muss sie sparen, um ihre Funktion im Weltkonzert mitzuspielen: Österreich und andere reiche Länder sollen die Bankensystem sichern. Sie sollen immer bereits zu sein, Rettungspakete zu zahlen. Das ist der Grund warum, Österreich muss auch ihr Budget kürzen und die Rezepten den Finanzierungsorganisationen verwenden.
Deswegen überrascht es mich nicht, dass die ÖVP  die Verländerung der Schulverwaltung verlangt. Die Weltbank und der IWF forderten in den 90-er Jahren die Dezentralisierung der öffentlichen Bildung in Lateinamerika.  Googeln Sie einfach Dezentralisierung und Bildung.
Zwischen die Gruppen die dagegen sind, hört man das Argument, dass solche Verländerung die Bildungskosten nicht sinken werden. Doch. Die Provinzialisierung hat kein anderes Ziel als die Bildungsbudget zu reduzieren. Mit welchen Folgen für die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen ist ganz irrelevant.
Wie wird die Kostensenkung erreicht? Besonders durch weniger und billiger Lehrer. Weniger Schulen, bzw. Klassen, mehr Schüler für Lehrer, weniger Lohnkosten. Mit viel Länder als Arbeitgeber verlieren die Lehrer an  Verhandlungsmacht.
Die gute Nachricht ist, dass wir etwas über die Folgen dieses Rezeptes und die Wiederstanderfahrungen der Lehrer in den Ländern, in den diese Maßnahmen früher ergriffen wurden, lernen können.
Wollen Sie mehr wissen?
http://www.hartford-hwp.com/archives/40/031.html
http://www.tc.columbia.edu/cice/Issues/01.02/PDFs/12puiggros.pdf
http://siteresources.worldbank.org/EDUCATION/Resources/278200-1099079877269/547664-1099080000281/Decent_ed_legal_issues_EN97.pdf  (lehrreiches Dokument von der Welt Bank, besonders die 29. Seite, Labor Laws)

Montag, 1. November 2010

Warum trauert Argentinien um Nestor Kirchner?

  • Weil er den Mut hatte, die Opfer der Diktatur völlig zu unterstützen. Er fand den Weg zur Abschaffung der Amnestiegesetze für Angehörige der früheren Militärdiktatur. Während der Diktatur wurden 30.000 Menschen verschwunden. In Anfangsjahren der Demokratie wurden aus Druck des Militärs das "Schlusspunktgesetz" und das "Befehlsnotstandgesetz" verabschiedet, die die Täter Straffreiheit  zusicherten. Die Aufhebung der Amnestiegesetze während der Regierung von Nestor Kirchner markierte das Ende der Straffreiheit in Argentinien. Nachdem wurden viele Täter vor Gericht gestellt und verurteilt. Außerdem legte Nestor Kirchner Wert auf Symbole: er machte das ESMA (Escuela Superior de Mecánica de la Armada) -das größte Foltergebäude zum nationalen Mahnmal und Museum gegen das Vergessen. Ein weiteres Beispiel: 2007, 24 Jahre nach dem Ende der Diktatur hingt immer noch ein Bild Ex-Junta-Chef Videlas an einer Wand der Offiziershochschule (der Colegio Militar) Argentiniens: Nestor Kirchner nahm das Bild herab. (Videla war damals unter Hausarrest. Später wurde des Hausarrest aufgehoben. Jetzt sitzt er im Militärgefängnis, noch nicht Ideal, aber weniger unfair). Bezüglich Menschenrechte und Gerechtigkeit machte Nestor Kircher den großen Unterschied.
  • Weil er den Mut hatte, dem Druck des IWF zu widerstehen. Die neoliberale Politik der 90er-Jahre hinterließ verbrannte Erde: 6 von 10 ArgentinierInnenn waren Arm, 30 % der Menschen sogar schwer bedürftig. Die Arbeitslosigkeit erreichte 20 %. Das war die direkte Folge den Rezepte des IWF. Nestor Kirchner setzte sich für ein neues Projekt ein. Allmählich wurde die wirtschaftliche Lage besser. Die Auslandsschulden wurde neu verhandelt. Das was nur die ersten Schritte auf einen längste und schwierigen Weg. Wir trauen um Nestor und haben viel Hoffnung in Cristina.  
  • Weil er den Mut hatte, die ALCA (amerikanische Freihandelszone) von Bush zu ablehnen. Im Gegenteil bevorzugte Kirchner die Beziehungen mit anderen lateinamerikanischen Ländern.
  • Weil er den Menschen die Hoffnung zurückgab. Die Hoffnung in einem politischen Projekt und die Lust auf mitmachen. Nachdem die Diktatur eine ganze Generation dezimiert hatte, nachdem die 90er Jahre mit ihrem Ende der Geschichte und ihrem wilden Kapitalismus die Menschen lähmten, kam die Krise von 2001 und die ArgentinierInnen gingen auf die Straße gegen die Politikern um "que se vayan todos" (raus mit ihnen allen) zu schreien. Jetzt weinen die Menschen, weil Nestor (viel zu früh) von ihnen gegangen ist. 
Bild: die Mütter von Plaza de Mayo nehmen Abschied von Nestor. El Adios a Nestor by Fuerza Cristina! estamos con vos (Facebook)